Touch ID – Sicherheit, einen Daumendruck entfernt

iPhone 5s goldVier Zahlen, einmal bestätigen. Es soll noch sicherer sein? Eine beliebige Folge aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, und wieder bestätigen. So sah bisher im besten Falle der Zugangsschutz des iPhone aus. Je nachdem wie oft ihr mit dem iPhone arbeiten, surfen, telefonieren, spielen oder euch informieren wollt, kann das schon einige dutzend Male am Tag passieren. Aber nicht jeder hat sein iPhone mit einem Kennwort oder einer PIN geschützt.

 

 

 

Touch ID – Der Schlüssel liegt in deiner Hand

Mit dem iPhone 5s hat Apple eine smarte Lösung gefunden um eure Daten zu schützen und gleichzeitig sicherer, schneller und leichter wieder an diese zu gelangen. Touch ID. Eine intelligente Technologie, mit der ihr das iPhone mit euren Fingern entsperrt und sogar Einkäufe in iTunes, im App Store und im iBooks Store machen könnt.

Das iPhone speichert bis zu fünf Abdrücke, so habt ihr die Möglichkeit entweder eure „Lieblingsfinger“ zu speichern oder Menschen eures absoluten Vertrauens Zugang zu gewähren.

 

Dein iPhone weiß wer du bist

Der gute alte Kunststoff „Home-Button“ hat ausgedient. Ein kleines lasergeschnittenes rundes Saphirkristall-Plättchen, ein filigraner Edelstahlring darum, ein kapazitiver Berührungssensor darunter und ein Druckpunkt-Taster bilden zusammen die Touch ID Technologie.

Touch ID funktioniert sehr zuverlässig und reagiert schnell. Leichtes Auflegen des Fingers auf den Home-Button reicht zur Erkennung des Fingerabdrucks. Ihr müsst kaum auf den Knopf drücken, damit der Abdruck erkannt und das iPhone freigegeben wird.

Die Registrierung mehrerer Finger ist absolut sinnvoll, da ihr sicher öfter mal den linken, mal den rechten Daumen oder auch den linken oder rechten Zeigefinger zur Steuerung eures iPhone nutzt. Ich persönlich nehme auch gern meinen Mittelfinger wenn ich mit einen Stift in der Hand auf dem liegenden iPhone navigiere.

 

Touch ID

 

Dude, where are my finger-prints?

Das Einlesen der Daten wird in zwei Schritten durchgeführt. Zum einen wird die ganze Abdruckfläche und zum anderen werden die Kanten des Fingers erfasst. Dazu muss der Finger wiederholt auf den Sensor gedrückt werden. Die kleine Animation eines sich vervollständigenden Fingerabdrucks zeigt den Fortschritt der Datenerfassung. Das Scannen der Fingerkanten verbessert die Erkennung unterschiedlicher Fingerpositionen im Alltag. Aufgrund des 360-Grad-Sensors ist es dann egal, wie der Finger die Touch ID berührt.

Touch ID verschlüsselt den gescannten Abdruck als digitale Signatur. Dabei werden die markanten Punkte der Papillarleisten – die kleinen feinen Linien auf den Fingern – erfasst und „gehasht“ (zerstreuen bzw. zerhacken der Grundinformation) und auf dem neuen A7-Prozessor in einem speziellen, geschützten Bereich abgelegt. Die Signaturen der Fingerabdrücke sollen laut Apple weder in der iCloud noch im lokalen Backup abgelegt sein. Somit hat nur das iPhone Zugriff auf den Fingerabdruck. Nicht einmal App-Entwickler oder das Betriebssystem iOS kann darauf zugreifen. Neben iTunes, dem App Store und dem iBooks Store kann auch keine weitere App Touch ID nutzen. Die Schnittstelle ist für Drittanbieter nicht freigegeben.

 

Plan B – Sicherheit geht vor

Zusätzlich zu Touch ID hat Apple die PIN Eingabe für bestimmte Situationen gekoppelt. Sie kommt dann zum Tragen, wenn ihr euer iPhone 48 Stunden nicht – mit euren eigenen Fingern – verwendet habt oder nach einem Neustart des Gerätes. Eine Sicherung, die bei Verlust oder Fehlfunktion des Sensors eure Daten noch einmal zusätzlich schützt. Denn mit einer vorher festgelegten PIN muss Touch ID erst wieder freigegeben werden. Die PIN ist dann auch die Lösung wenn eure Finger durch Cremes, Schmutz oder Nässe vom Sensor nicht erkannt werden.

 

Absolute Sicherheit wird es nie geben

Kurz nach der Vorstellung von Touch ID wurden Stimmen laut, die diese Form der Sicherung des iPhone für nicht tauglich und sogar für gefährlich hielten.

In der Tat ist es dem Chaos Computer Club relativ schnell nach der Präsentation gelungen, mit künstlichen Mitteln einen Fingerabdruck nachzubauen und damit ein mit Touch ID geschütztes iPhone 5s zu entsperren. Auch wenn der Vorgang bei weitem nicht so einfach ist wie in einigen Medien dargestellt, zeigt uns der CCC jedoch, dass wir nicht mit blindem Vertrauen an das Thema „Sicherheit und persönliche Daten“ herangehen sollten.

Wiederum andere halten biometrische Daten für die „letzte Bastion der Sicherheit“, die nicht leichtfertig schon für einfache technische Geräte zum Einsatz kommen sollte, denn  – so die Argumentation – ist der Fingerabdruck erst einmal geknackt, lässt er sich nicht mehr löschen und neu eingeben. Biometrische Daten wie Fingerabdrücke, DNA und die Iris sind und bleiben einzigartig. Sie lassen sich nicht ändern.

 

Mein Fazit:

Biometrische Merkmale kann man nicht „löschen“ und eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Touch ID von Apple ermöglicht euch aber, das iPhone bequemer zu schützen und für mehr Sicherheit zu sorgen. Dies ist vor allem eine Hilfe für diejenigen, die es bisher versäumt haben, ein Kennwort bzw. ein sicheres Kennwort zu verwenden, und die keine Einbußen beim Bedienkomfort hinnehmen wollen. Touch ID senkt mit guter Technik das Risiko, dass Unbefugte schnell an eure Daten gelangen.

 

Das iPhone 5s steht in den Farben Silber, Spacegrau und Gold zur Verfügung. Die Preise liegen bei 669 € für 16 Gigabyte, 100 € mehr für die 32 Gigabyte-Variante, und 899 € für das iPhone 5s mit 64 Gigabyte.