Die Cloud-Welt könnte so einfach sein, gäbe es nicht die Möglichkeit, die Dienste miteinander oder sogar alternativ zu verwenden. Was iCloud für iPhone- und iPad-Nutzer, ist Google Drive für Android. Und wer ein Windows Phone sein Eigen nennt, verwendet Microsofts OneDrive. Wir haben uns die drei Cloud-Dienste sowie zwei Alternativen dazu genauer angesehen und verglichen.

Schon beim Einrichten eines neuen Smartphones wird man auf den hauseigenen Dienst des jeweiligen Betriebssystem-Herstellers verwiesen. Natürlich ist es praktisch, alle Dateien an einer Stelle sicher zu bündeln. Bei derartigen Versprechungen möchte man schnell mal „Jetzt abonnieren“ oder ein ähnlich formuliertes Einverständnis anklicken. Was aber steckt eigentlich hinter iCloud, Google Drive und Co?

Apples iCloud
Ein Aspekt von Apples iCloud ist der Online-Speicher für Dateien iCloud Drive. Weitere Features des Arbeitens in der Wolke per Apple-Dienst sind der Dateiaustausch, ein Kalender, Adressbuch, Notizen, Erinnerungen, Fotospeicher sowie die webbasierten Office-Konkurrenten Pages für Texte, Numbers für Tabellen und Keynote für Präsentationen. In iOS und OS X ist das iCloud Drive einerseits über den Speicherdialog der Apps angebunden, andererseits als eigener Ordner auf dem Mac oder als App unter iOS zu finden. Dort findet man das iCloud Drive in den Einstellungen unter iCloud, wobei das iCloud Drive mit der Option Auf dem Home-Bildschirm erst noch aktiviert werden muss. Für Windows bietet Apple eine eigene Anwendung, mit der das iCloud-Drive als Ordner im Windows Explorer integriert wird. iCloud ist bis fünf Gigabyte kostenlos, 50 GB, 200 GB und 1 TB kosten 99 Cent, 2,99 Euro oder 9,99 Euro pro Monat.

iCloud Drive

Googles Cloud-Dienste
Google teilt sein Angebot ähnlich wie Apple auf: E-Mail, Kontakte, Kalender und Co. sind Teil von Gmail. Dateien, darunter auch Bilder, sind in Google Drive zu finden. Außerdem ist Google Drive mit Google Docs verknüpft, das wie Apple das Bearbeiten von Dokumenten im Browser ermöglicht. Apple erlaubt zwar auch das gemeinsame Editieren von Texten, Tabellen und Präsentationen, Google hat die Kollaboration aber deutlich besser im Griff. Wer Daten unter Windows oder OS X hoch- und runterladen möchte, kann entweder über den Browser gehen oder mithilfe der offiziellen Google-Drive-App einen synchronisierten Ordner anlegen. Auch eine selektive Synchronisierung ist möglich. iPhone- und iPad-Anwender erhalten mit der Google Drive App Zugriff auf ihre Dokumente, gleiches gilt für Android. Eine Windows-Phone-App gibt es derzeit nicht. Der kostenlose Speicher ist bei Google mit 15 GB dreimal so groß wie bei Apple. Weiterhin gibt es 100 Gigabyte für umgerechnet 2,22 Euro pro Monat. Ein Terabyte bieten wiederum beide an, Google ist mit monatlich 11,14 Euro jedoch etwas teurer. Speicherhungrigen liefert der Suchmaschinengigant aber auch 10, 20 oder 30 Terabyte zwischen umgerechnet 111 Euro und 334 Euro pro Monat.

Google Drive

Microsofts Cloudspeicher
Microsoft stellt mit OneDrive ein ähnliches Paket aus Cloudspeicher und Office-Apps zur Verfügung. Auch die Einbindung unter Windows und OS X mit synchronisierten Ordner ist mit Google vergleichbar. In der Praxis ist OneDrive jedoch der störanfälligste Dienst, da Vorgaben wie Sonderzeichen im Dateinamen beachtet oder eine bestimmte Zeichenlänger nicht überschritten werden darf. Vor allem bei größeren Ordnerstrukturen ist das ein Problem. Dafür ist OneDrive mit einer App auf allen mobilen Geräten vertreten und erlaubt so auch den Dateiup- und Download von unterwegs. Wie bei Google sind 15 Gigabyte frei, für 2 Euro monatlich gibt es 50 Gigabyte. Das größte Abo für 10 Euro monatlich liegt zwar auf einem ähnlichen Level wie Microsoft oder Apple, enthält jedoch das komplette Office-Paket mit Word, Power Point und Excel für bis zu fünf Personen im Haushalt.

OneDrive

Vergleichsangebote 1: Telekom Mediencenter
Gleich vorab: Mit Blick auf den Speicherplatz macht die Telekom mit dem Mediencenter eine wirklich gute Figur. Und das selbst dann, wenn man die restliche Cloud-Konkurrenz damit vergleicht. 25 Gigabyte erhalten nicht nur Telekom-Kunden, sondern jeder, der sich für eine kostenfreie @t-online.de-Adresse registriert. Da ist es schon fast schade, dass die Bonner den Vorsprung beim Upgrade auf 50 GB und 100 GB, die 4,95 Euro und 9,95 Euro monatlich kosten, wieder kaputt machen. Somit lohnt sich die magentafarbene Datenwolke vor allem dann, wenn ihr nicht mehr als 25 Gigabyte benötigt. Neben der Weboberfläche bietet die Telekom eine App für iOS und Android sowie den Zugriff auf online gespeicherte Daten über den Netzwerkstandard WebDav. Damit wird die Cloud wie eine Netzwerkfestplatte im OS X Finder oder Windows Explorer eingebunden, um eine Synchronisierungslösung müsst ihr euch aber selbst kümmern. Auch Office-Programme sind bei diesem reinen Cloud-Angebot nicht mit im Preis enthalten. Für alle, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, liefert die Telekom dennoch einen wichtigen Entscheidungsgrund für das Mediencenter: Die Server stehen – anders als bei Apple, Microsoft und Google – durchweg in Deutschland.

Mediencenter

Vergleichsangebote 2: Strato HiDrive
Beim Datenhoster Strato sieht das Angebot HiDrive ähnlich wie bei der Telekom aus. Zusätzlich zur WebDav-Anbindung gelangt ihr auch mit anderen Protokollen an eure Daten, darunter FTP. Vor allem für Profi-Anwender ist Strato daher eine interessante Option. Unter iOS und Android gibt es zwar Apps, aufgrund der Protokoll-Wahl könnt ihr aber auch andere Anwendungen auf beliebigen Systemen verwenden. Eine kostenlose Grundversion bieten die Berliner zwar nicht, dafür gibt es eine Testversion, die alle Features zur Probe zur Verfügung stellt. Gefällt euch Strato, seid ihr ab 89 Cent für 20 Gigabyte bei 12 Monaten Vertragslaufzeit dabei. Für ein Terabyte verlangt Strato mit 7,50 Euro den geringsten Monatsbetrag. Wer mehr Platz braucht, bekommt bis zu 5 Terabyte für 59,90 Euro im Monat.

Strato HiDrive

Dateiaustausch in der Cloud: Dropbox
Eine häufig genutzt Alternative zu den Clouddiensten eigener Dienstleister ist Dropbox. Der Dienst konnte sich in der Vergangenheit vor allem durch ein großes Speicherkontingent, einfache Bedienung und hervorragende Möglichkeiten zum Teilen von Dateien im Team behaupten. In unserem Vergleich liefert Dropbox im kostenlosen Abo allerdings den geringsten Speicherplatz. Nur zwei Gigabyte gibt es umsonst, mit ein paar Handgriffen könnt ihr diesen aber um ein paar Megabyte erweitern. Dropbox Pro mit 1000 GB kostet 99 Euro im Jahr. Ein Vorteil von Dropbox ist die Verbreitung des Dienstes. Aufgrund seiner anfänglichen Beliebtheit konnte Dropbox viele Entwickler überzeugen, den Dienst in ihre Apps zu integrieren. Beispielsweise könnt ihr Passwörter in 1Password mit Dropbox synchronisieren.

dropbox

Fazit: Welche Cloud ist richtige?
Einen klaren Sieger gibt es aufgrund der verschiedenen Stärken und Schwächen nicht. Klar, beim Cloud-Dienst des Geräteherstellers – iCloud für Apple-Kunden, Google Drive für Android und OneDrive für Windows 10 Mobile – gibt es zwar viel Komfort, je nach Anwendungsszenario ergibt sich aber ein anderer Sieger. So hat Google bei der Arbeit in Teams klar die Nase vorn. Gemeinsame Dokumente und Ordner managt die Suchmaschine einfach am besten. Dropbox ist ebenfalls ein absoluter Team-Player, konzentriert sich aber weniger auf Dokumente. Es ist eher ein Allrounder für sämtliche Dateien. Kann oder will nicht jeder im Team mit Google Drive oder Dropbox arbeiten,ist Office 365 samt OneDrive-Anbindung die eleganteste Lösung. Grundlegende Möglichkeiten, an einem Dokument gemeinsam zu arbeiten, bietet auch Microsoft.

Ebenso kann Apple bei der Zusammenarbeit dank der Online-Versionen von Pages, Keynote und Numbers punkten, jedoch in deutlich geringerem Umfang als Microsoft oder Google. Dafür lohnt sich iCloud aufgrund der vielen anderen Features, von dem iCloud Drive nur eines ist: Backups, Fotos und mehr liefert Apple aus einer Hand. Zwar auf sicheren Servern, diese sind jedoch nicht in Deutschland stationiert. Wer also mit Kundendaten arbeitet, sollte darauf achten, einen Anbieter in Deutschland zu wählen, beispielsweise die Telekom oder Strato. Während die Telekom vor allem aufgrund ihres kostenlosen Angebots mit 25 Gigabyte interessant ist, liefert Strato Funktionen, die vor allem Profis ansprechen.

Tabelle