WLAN-Call statt Roaming: Günstig aus dem Urlaub nach Hause telefonieren.

Roaming ist eine praktische Sache, die das Telefonieren im Urlaub erleichtert. Doch es gibt Fallstricke und auch andere Möglichkeiten, um im Ausland online zu gehen.

Aus dem Ausland nach Hause telefonieren, das war noch nie so einfach wie heutzutage. Vielreisende und digitale Nomaden wissen, wie sie überall gut und günstig ins Netz kommen und im Ausland oder nach Deutschland telefonieren können. Für alle anderen Urlauber und Gelegenheitsreisende gibt es ein paar Tipps, wie sie bequem und kostengünstig Kontakt mit der Heimat halten können, wenn sie mehr sagen wollen, als das obligatorische „Ich bin gut angekommen“.

Keine Angst vor hohen Kosten

Wenn du im Ausland ein fremdes Mobilfunknetz nutzt, dann heißt das Roaming. Für das Roaming verlangen die Mobilfunkanbieter hohe Gebühren. Seit zwei Jahren zahlst du beim Telefonieren innerhalb der EU jedoch grundsätzlich keine Roaming-Gebühren mehr. Dafür sorgt die EU-Roaming-Verordnung. Diese besagt, dass Telefonate und SMS vom EU-Ausland ins EU-Ausland oder in das Heimatland nur so viel kosten dürfen, wie Inlandsgespräche in der Heimat. Wenn du also in Italien mit deinem Smartphone einen anderen Anschluss in Italien oder in einem anderen EU-Land anrufst, gilt dein Inlandstarif. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob dein Mobilfunkanbieter deinen Tarif automatisch umgestellt hat, kann es nicht schaden, wenn du dich vor deiner Reise über deinen Tarif informierst.

Wichtig ist jedoch, dass du nur innerhalb der EU und einigen weiteren Staaten im europäischen Wirtschaftsraum zum Heimattarif telefonieren, Textnachrichten verschicken oder surfen kannst, ohne Angst vor horrenden Kosten haben zu müssen. Vorsicht, bei Ländern wie der Schweiz, der Türkei, Monaco, den britischen Kanalinseln, San Marino oder Andorra ist es sinnvoll, die Auslandskonditionen deines Anbieters zu prüfen. Denn außerhalb der EU ist das Telefonieren oder Surfen mit dem iPhone nach wie vor nicht billig. Auch die Mobilfunknetze von Flugzeugen und Schiffen fallen nicht unter die EU-Roaming-Verordnung. Das gilt auch bei einer Mittelmeerkreuzfahrt.

Fun Fact: Wenn du mit dem Smartphone aus Deutschland heraus ins Ausland telefonierst, konnte es bislang noch teuer werden. Laut Europäischem Verbraucherverband fielen in Deutschland bis zu 1,99 Euro pro Minute für Auslandsgespräche per Handy an. Seit dem 15. Mai dieses Jahres werden nur noch maximal 19 Cent pro Minute fällig, egal ob Festnetz-Telefon oder Handy. Eine SMS kostet dann maximal sechs Cent. Auslandsgespräche außerhalb der EU bleiben hingegen teuer. Vor einer Reise in die weite Welt empfiehlt es sich daher, vor Ort eine lokale SIM-Karte zu kaufen. Oder auf das WLAN auszuweichen.

Sprachanrufe übers Netz

„Telefonieren ist Old School“, werden einige sagen. Ich kann im Urlaub doch WLAN nutzen, und dann über Facetime, Skype oder WhatsApp Sprachanrufe tätigen. Dafür brauche ich aber erst einmal ein WLAN-Netz. Offene WLAN-Netze findest du im Ausland natürlich an vielen Orten wie Flughäfen, Cafés und manchmal sogar auf öffentlichen Plätzen als frei zugängliches WLAN für alle. Solche Hotspots und deren Leistungsstärke findest du leicht mit der kostenlos iOS-App WiFi Map.

Sofern WLAN im Hotel funktioniert, brauchst du dir übers Telefonieren im Ausland eigentlich keine Sorgen zu machen. Denn dann kannst du einen WLAN-Call über WhatsApp, Facetime oder einen anderen Messenger-Dienst erledigen, der Sprachanrufe erlaubt. Und du brauchst dein Datenvolumen nicht so schnell auf. Das wäre der Fall, wenn du diese Sprachanrufe in die Heimat über das iPhone und deinen mobilen Internet-Zugang machst. Nutzt du Facetime im Ausland, so kannst du zusätzlich die Kamera ausschalten, was den mobilen Datenverbrauch verringert.

Telefonie über WLAN funktioniert natürlich auch mit dem bewährten Skype, und das zudem noch kostenlos und sogar per Videotelefonat, wenn der Chatpartner ebenfalls ein Skype-Konto hat. Wenn du aber über Skype vom Ausland aus eine deutsche Festnetz- oder Smartphone-Nummer anrufen willst, dann sind Gebühren fällig. Diese kannst du von deinem Skype-Guthaben nehmen, wenn du Skype bereits nutzt. Andernfalls buchst du dir zusätzliche Länder-Pakete dazu. Die gibt es für verschiedene Regionen der Welt. Mit einem Europa-Paket kannst du beispielsweise für rund 23 Euro einen Monat lang Festnetz- und Mobilfunknummern in 25 europäischen Ländern anrufen.

WLAN im Hotel oder öffentlich

Schnelles WLAN im Hotel gehört heutzutage zur Grundausstattung. Das sollte es jedenfalls. Sofern nicht gerade der Provider gewechselt wurde und es mit dem Zugang hakt oder du feststellen musst, dass mit „kostenlosem WLAN“ in der Hotelbeschreibung nur die Verbindung im Hotelfoyer gemeint ist. Noch ärgerlicher ist es, wenn du dir vorgenommen hast, im Ausland zu arbeiten, und dann feststellst, dass das hoteleigene WLAN im Zimmer nur über eine wackelige Verbindung verfügt, wenn überhaupt. Deshalb vor der Hotelbuchung lieber nochmals genau prüfen, ob dein gewähltes Hotel WLAN mit ausreichender Kapazität anbietet.

Falls das nicht der Fall ist oder die Bewertungen von anderen Gästen schon nahelegen, dass es Probleme gibt, dann kannst du vorbeugen. Beispielsweise indem du einen mobilen Router von zuhause mitbringst. Einen solchen Travel-Router verbindest du im Hotelzimmer mit einem Ethernet-Kabel an der oft vorhandenen Ethernet-Buchse direkt mit dem LAN. Auch ein eigener WLAN-Verstärker kann helfen, eine ansprechende Internet-Verbindung im Hotelzimmer herzustellen.

Eine zumindest vorübergehende Lösung kann es sein, dein iPhone als Hotspot einzusetzen. Um es als mobilen WLAN-Router für dein MacBook zu nutzen, schaltest du in den Einstellungen den persönlichen Hotspot ein und kannst dann das iPhone über Bluetooth oder USB-Kabel mit deinem MacBook verbinden. Allerdings muss das iPhone dazu eine schnelle Mobilfunkverbindung finden und du solltest über einen passenden Tarif mit ausreichendem Datenvolumen verfügen.

Ein Wort zur Sicherheit

So unbeschwert wie im heimischen WLAN-Netz solltest du dich in einem öffentlichen WLAN nicht bewegen. Kurz die Wettervorhersage checken, ein Selfie hochladen oder die Bundesliga-Ergebnisse aus Deutschland verfolgen, kein Problem. Doch Vorsicht oder zumindest eine Portion Skepsis ist angebracht, wenn du in einem öffentlichen WLAN Webseiten mit Passwortabfrage nutzt oder gar finanzielle Transaktionen vornimmst. Sobald sensible Daten im Spiel sind, heißt es an öffentlichen WLAN Hotspots besonders vorsichtig zu sein.

Hier bewegst du dich mit einer VPN-Verschlüsselung auf der sicheren Seite. VPN bedeutet Virtual Private Network und ist wie der Name sagt, ein virtuelles geschlossenes Netzwerk. Hierbei dient das iPhone oder das MacBook als VPN-Client, der sich mittels einer VPN-Software – also einer speziellen App – mit einem VPN-Server verbindet. Dieser Server wiederum verbindet sich mit der aufgerufenen Webseite. Dein eigenes Gerät nutzt also die Adresse des VPN-Servers. Durch diesen sogenannten VPN-Tunnel läuft dann die gesamte Kommunikation mit dem Internet. Dabei wird der Datenverkehr anonymisiert und verschlüsselt. Eine VPN-Lösung aus Deutschland ist zum Beispiel die App Cyberghost. Eine andere Lösung ist die App Betternet, die es kostenlos, aber auch als Premium-Version für iPhone und iPad gibt. Eine verschlüsselte Verbindung kann grundsätzlich nicht schaden, wenn du das WLAN im Hotel nutzt.