Wenn YouTube, Netflix und Co nicht reibungslos ihre Inhalte abspielen, schieben wir die Schuld gerne auf den Internet-Anbieter. Dabei liegt das Problem oft an der heimischen Vernetzung und einem nicht immer gut funktionierenden WLAN.

Waren früher nur die wenigen Familienrechner per WLAN verbunden, funken heutzutage Hi-Fi-Anlage, Saugroboter, Kaffeemaschine und Kühlschrank im heimischen Netzwerk. Das ist zwar komfortabel, gleichzeitig machen die vielen Geräte zusammen mit denen der Nachbarn das WLAN auch störanfälliger. Wenn ihr von langsamen Verbindungen oder gar Abbrüchen im Netz geplagt seid, könnt ihr mit fünf einfachen Tipps die Verbindung eurer im Netz aktiven Geräte optimieren. Bevor ihr aber loslegt: Sehr oft hilft bei einer schlechten Verbindung ein simpler Neustart des Routers, indem ihr den Stecker zieht und wieder einsteckt.

 

LAN-Kabel statt WLAN

Per Kabel geht es immer schneller. Habt ihr also die Möglichkeit, dann verwendet am besten ein LAN-Kabel. Eine direkte Verbindung zwischen zwei Geräten ist deutlich stabiler, als das WLAN-Signal. Außerdem spart ihr euch die lästige Passworteingabe. Damit ihr nicht für jedes Gerät in jedem Zimmer ein Kabel zum Router ziehen müsst, verwendet am besten einen Switch. Diesen Verteiler verbindet ihr per Kabel mit dem Router. Anschließend koppelt ihr über die freien Anschlüsse Spielkonsolen, Fernseher oder den smarten Lautsprecher. Ist die Entfernung zu groß, könnt ihr auch einen Steckdosen-Adapter einsetzen. Mehr dazu erklären wir euch weiter unten in diesem Post.

 

 

Manuelle IP-Adressen statt DHCP

Euer Router weist neuen Geräten automatisch eine IP-Adresse zu. Diese eindeutige Erkennung funktioniert wie eine Anschrift und erlaubt es Geräten, untereinander Daten auszutauschen. Die automatische Zuweisung kostet aber Zeit und funktioniert auch nicht immer zuverlässig. Vergebt deshalb am besten selber feste IP-Adressen. Richtet diese für alle Geräte zuerst auf eurem Router ein. Da die Einstellungen bei jedem Hersteller unterschiedlich sind, erklären wir an dieser Stelle exemplarisch die Vorgehensweise auf einer Fritzbox des Herstellers AVM.

 

Bei dieser werdet ihr unter Heimnetz und Heimnetzübersicht fündig. Hier klickt ihr rechts neben dem Namen eines Geräts („iPhone von Tim“) auf Details. Anschließend setzt ihr einen Haken bei Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen und schreibt euch die Adresse auf. Außerdem braucht ihr noch die IP-Adresse des Routers. Diese lest ihr im Reiter Netzwerkeinstellungen und IP-Adressen ab. Meistens lautet diese 192.168.1.2 oder 192.168.2.1. Zum Schluss braucht ihr noch aus dem Menü Internet, Zugangsdaten und DNS-Server die beiden DNSv4-Adressen. Eure Notiz pro Gerät sollte dann – mit leicht veränderten Angaben – in etwa so aussehen:

 

IP-Adresse PlayStation: 192.168.1.10

IP-Adresse Fernseher: 192.168.1.11

IP-Adresse Drucker: 192.168.1.12

Router: 192.168.1.2

DNS-Server: 8.8.8.8

 

Diese Daten gebt ihr – für jeden Apparat natürlich mit einer unterschiedlichen Adresse – in den Netzwerkeinstellungen der Geräte ein.

 

Optimale WLAN-Einstellungen

 

Viele Router enthalten eine Option, um den WLAN-Kanal automatisch zu wählen. Dadurch stellt sich der Router von selbst so ein, dass die Störung durch fremde Netze möglichst gering ist. Überprüft in den Router-Einstellungen neben dem Kanal auch, ob der 5-GHz-Modus aktiv ist. Manche Hersteller verwenden für diese Übertragung, die etwas stabiler und schneller ist als die klassische 2,4-GHz-Variante, einen eigenen WLAN-Namen. Aus „Heimnetzwerk“ wird dann beispielsweise „Heimnetzwerk_5Ghz“. Schaut also am besten auch in die WLAN-Einstellungen eures Smartphones oder Rechners, ob hier ein neues Netzwerk erscheint. Wenn nicht, dann genügt es, das WLAN am Tablet oder Smartphone per Flugmodus für etwa 20 Sekunden zu deaktivieren und erneut einzuschalten, damit automatisch der beste Verbindungsweg gewählt wird.

 

Steckdosen-LAN

Selbst wenn die WLAN-Einstellungen korrekt sind, kann es sein, dass die Leistung des Routers schlicht nicht ausreicht. Vor allem, wenn Objekte wie Stahlträger oder Holzschränke zwischen Router und Empfänger stehen, kann es mit dem schnellen WLAN bald vorbei sein. Eine mögliche Lösung sind Steckdosen-Adapter. Davon gibt es stets zwei: Einen an einer Steckdose in Nähe des Routers, der per LAN-Kabel mit diesem verbunden ist, und einen am Ort, an dem ihr ein stärkeres Signal braucht. Die Adapter kümmern sich auf Knopfdruck automatisch darum, dass das Netzwerksignal über den Stromkreislauf des Hauses übertragen wird. Mit einem speziellen WLAN-fähigen Adapter könnt ihr so sogar drahtloses Internet in den Keller oder auf den Dachboden bringen.

 

 

Non plus Ultra: Mesh-Netzwerke

Einige Hersteller, darunter AVM mit seinen Fritzboxen, bieten künftig die Möglichkeit an, mit mehreren Geräten ein sogenanntes Mesh-Netzwerk zu erstellen. Diese sorgen vergleichbar mit einem WLAN-Repeater für ein stärkeres WLAN im Haus, funktionierten aber komplett anders als ein WLAN-Repeater oder Strom-Adapter. Während diese beiden ein eigenes neues Netzwerk aufbauen und ihr somit im ganzen Haus mehrere, kleine Netze habt, handelt es sich bei einem Mesh-Netzwerk um ein einheitliches, großes Netzwerk. Bei einem Repeater oder Adapter wechselt euer Smartphone ständig den Zugangspunkt. Ein Mesh-Netzwerk ist hingegen einheitlich. Der Wechsel spielt keine Rolle. Dadurch ist euer WLAN deutlich leistungsstärker und es kommt zu weniger Störungen. Ein entsprechendes System bietet beispielsweise Netgear an.