Vom 4. bis 8. Juni 2018 lädt Apple erneut App-Entwickler aus der ganzen Welt zu Workshops, Vorträgen und Trainings ein. Auf der World Wide Developer Conference (WWDC) treffen sich alle, die für Apples Betriebssysteme Anwendungen produzieren. Zum Auftakt der WWDC stellt Apple auf einer Keynote traditionell viele Neuerungen vor. Einige davon sind bereits gerüchteweise bekannt.

Für die diesjährige World Wide Developers Conference, kurz WWDC, haben wir zuerst eine schlechte Nachricht: Große Neuerungen soll es Gerüchten zufolge nicht geben. Wirkliche Innovationen hebt sich Apple für das kommende Jahr auf. Bei den neuen Betriebssystemversionen macOS 10.14, iOS 12, watchOS 5 und tvOS 12 geht es vor allem um Sicherheit, Stabilität und Qualität. Was langweilig klingt, ist eine längst überfällige Überarbeitung des Software-Fundaments. Von der Beschleunigung dürften vor allem ältere Geräte profitieren, die durch Software-Updates nicht nur in der Performance, sondern auch in der Stabilität beeinträchtigt waren.

 

„Marzipan“ verbindet Welten

Und trotzdem sollen die neuen Betriebssysteme indirekt dafür sorgen, dass nach der Veröffentlichung im September mehr spannende Apps zur Verfügung stehen. Unter dem Decknamen „Marzipan“ arbeitet Apple derzeit an einer engeren Verknüpfung von macOS- und iOS-Apps. Eine größere gemeinsame Code-Basis soll es Entwicklern schneller ermöglichen, eine iOS-App für den Mac anzupassen und umgekehrt. Gerüchten zufolge ermöglicht das neue System sogar, dass eine App automatisch auf Touch- oder Mauseingabe wechselt – je nachdem, auf welchem Gerät diese gerade ausgeführt wird. iOS-Apps auf dem Mac? Möglich wär das dann.

 

„Peace“ bringt Frieden aufs iPhone

Um bei den geheimnisvollen Projektnamen zu bleiben: iOS 12hört Gerüchten zufolge Apple-intern auf „Peace“ – Frieden. Der Name dürfte sich vor allem auf die vielen kleinen Kriege beziehen, die Apple in den vergangenen Monaten gegen nervige Bugs wie ausfallende Mikrofone, nicht funktionierende Displays, Neustartschleifen oder Fehler in der Bedienoberfläche gekämpft hat. Große neue Features, wie der überarbeitete Homescreen, eine erweiterte Fotos-App und mehr, kommen deshalb wohl erst 2019 mit iOS 13.

 

Dennoch munkelt man in der Gerüchteküche über kleine, aber feine Features: weitere Animoji-Charaktere auf dem iPhone X, die Möglichkeit, als Animoji in FaceTime zu sprechen, eine verbesserte Siri-Integration, überholte Einschränkungsmöglichkeiten um das iPhone und iPad für Kinder fit zu machen sowie neue Funktionen für Augmented-Reality-Apps. Auch eine neue Bücher-App, die sich am mit iOS 11 eingeführten App Store orientiert, soll mit an Bord sein. Um die Wartezeit bis zur Keynote zu überbrücken, haben wir noch dieses Schmankerl für euch entdeckt:

 

 

macOS funktioniert einfach

Für macOS 10.14 gilt das Gleiche wie für iOS: Weniger Bugs und Fehler, mehr Leistung und zurück zum alten Credo „It just works“ – es funktioniert einfach. Um das zu erreichen, wird Apple wohl unter anderem komplett auf 64 Bit setzen. Alte Apps, die noch nicht optimiert wurden, könnt ihr dann nicht mehr aufrufen. Ob ihr auf eurem Mac noch 32-Bit-Apps im Einsatz habt, erfahrt ihr in den Systeminformationenin den Dienstprogrammenlinks unter Programme. Schaut hier in die Spalte ganz rechts. Ein „Nein“ bedeutet, dass die App mit dem neuen macOS nicht mehr funktioniert. Zu den noch nicht optimierten Apps zählen unter anderem einige Adobe-Anwendungen und die Spiele-Plattform Steam. Auch bei Apples DVD-Player handelt es sich noch um eine 32-Bit-App. Eine weitere Neuerung ist die Unterstützung des Apple-eigenen Dateisystems APFS für Fusion Drives – Laufwerke, die schnellen SSD-Speicher mit großen rotierenden Festplatten kombinieren. Aus der Gerüchteküche hört man außerdem, dass das kommende Mac-System schneller aus dem Standby aufwachen soll und sich an eine dunkle Umgebung augenschonend anpasst. Auch die Erneuerung des App Stores im Stil von iOS 11 steht auf dem Mac noch bevor.

 

 

Apple TV und SmartWatch

Da tvOS und watchOSauf iOS basieren, sind auch für diese Betriebssysteme Updates wahrscheinlich. Im Programmiercode der der aktuellen Vorabversion von watchOS 4 finden sich schon jetzt Hinweise auf die langersehnten Ziffernblätter von Drittanbietern. Zu tvOS 12 sind bisher noch keine Neuerungen durchgesickert. Denkbar wären aber eine bessere Siri-Steuerung und Night Shift.

 

Neue Hardware?

Ein Produkt, das weiterhin außerhalb der USA, Großbritannien und Australien fehlt, ist der HomePod. Auf der deutschen Webseite heißt es noch immer „Kommt im Frühjahr“. Die WWDC wäre ein passendes Event, um den smarten Lautsprecher endlich in weiteren Länder auf den Markt zu bringen und dafür noch einmal kräftig die Werbetrommel zu rühren. Mit Blick auf Entwickler auf der einen und Amazon Alexa und Google Home auf der anderen Seite, wäre eine bessere Unterstützung für Dritt-Apps eine schöne Neuerung.

 

Auch das iPhone SE 2 ist überfällig: An Gerüchten und Fotos des neuen Einsteiger-iPhones mangelt es derzeit nicht. Eine Veröffentlichung hatten viele schon im Mai erwartet. Da die WWDC-Keynote aber nur wenig große Software-Neuerungen bieten soll, wäre es für Apple gut, mehr neue Hardware vorstellen zu können. Mit dem iMac, Mac mini, MacBook Air und MacBook gäbe es auch noch ausreichend Geräte, bei denen ein Upgrade überfällig ist. Mit diesen könnte das Unternehmen am Montag Abend die Lücken füllen.