Nach der WWDC 2018-Keynote gab es wie üblich erste Vorabversionen der neuen Betriebssysteme für iPhone, iPad und Mac für die Entwickler. Doch diese enthalten viel mehr Neuerungen, als die von Apple präsentierten. Hier sind die Top 10 der nicht besprochenen Features von iOS 12 und macOS 10.14 „Mojave“, für die sich ein Update lohnt.

  1. iOS und macOS: Probeversionen im App Store

Im Zuge der Updates führt Apple ein neues Regelwerk in den App Stores ein. Dank dieses ist es Entwicklern ab sofort möglich, auch Probeversionen ihrer Apps anzubieten. Diese Apps sind grundsätzlich kostenlos, verfügen allerdings über einen nur eingeschränkten Funktionsumfang. Per In-App-Kauf kann entweder eine kostenlose Probeversion für einen begrenzten Zeitraum aktiviert werden oder aber die App wird im vollen Umfang gegen Bezahlung freigeschaltet – eben wie eine kostenlose Trial-Version.

 

  1. iOS: Automatische System-Updates

Über iOS-Updates informiert euch schon jetzt eine roter Punkt am Icon eurer Einstellungen-App. Neu in iOS 12 ist es, dass das neue Updates nicht nur automatisch herunter lädt, sondern sich auch installiert. Das lohnt sich vor allem dann, wenn kritische Sicherheitslücken auftauchen. In der aktuellen Vorschau-Version fehlt zwar eine Beschreibung der Funktion, es ist aber davon auszugehen, dass Updates ähnlich wie bisher nur nachts und wenn das iPhone am Ladekabel hängt eingespielt werden.

 

 

  1. iOS: Automatische TAN-Eingabe

Einige Webseiten und Apps verwenden einmalige Passwörter oder TAN-Nummern, die ihr per SMS zugesandt bekommt. Um den Code zu verwenden, müsst ihr ihn euch entweder merken oder aber die Nachricht kopieren, im Textfeld einfügen und dann den Code kopieren. iOS 12 vereinfacht diesen Prozess: Einmal-Passwörter kopiert das System automatisch aus einer SMS in die Zwischenablage und fügt diese auf Knopfdruck in die Webseite oder App ein.

 

  1. iOS und macOS: Mehr Passwort-Sicherheit

Zur Anmeldung bei einem neuen Online-Dienst schlagen macOS und iOS in Safari schon jetzt sichere Passwörter vor. Die kommenden Systeme erweitern die Erstellung sicherer Passwörter nun auch auf Apps. Die Passwörter speichert iOS verschlüsselt in der Schlüsselbundverwaltung. Zusätzlich erhaltet ihr eine Warnung, wenn ein Passwort für mehrere Dienste zum Einsatz kommt. Eine dritte Neuerung: Alternative Passwortmanager wie 1Password funktionieren jetzt genau so wie die Schlüsselbundverwaltung in Safari und Apps, um schnell Passwörter aufzurufen.

 

  1. iOS: Mehrere Face ID Gesichter

Auf iPhones und iPads mit Touch ID könnt ihr bis zu fünf Fingerabdrücke anlegen. Neben den eigenen Fingern können das auch die Abdrücke eures Partners am iPhone oder der Kollegen am Dienst-iPad sein. Face ID funktioniert hingegen nur mit einem Gesicht – bis jetzt. iOS 12 enthält eine neue Option für ein weiteres, alternatives Gesicht.

 

  1. iOS und macOS: Liedtexte in Apple Music suchen

Um einen Ohrwurm zu hören, müsst ihr in der Suchfunktion von iTunes oder der Musik-App den Titel oder den Künstler eingeben. Fehlt euch der Titel, müsst ihr diesen erst einmal durch euch bekannte Textschnipsel suchen. In iTunes unter macOS „Mojave“ und iOS 12 entfällt dieser Schritt: Hier tippt ihr einfach einen Teil des Liedtextes in die Suchfunktion ein und der zugehörige Track erscheint.

 

 

  1. AirPods: Live-Mithören

Live-Mithören bietet Apple schon jetzt für „Made for iPhone“-Hör-Devices an. Ist die Funktion aktiviert, nimmt das iPhone die Umgebung auf und sendet das Signal verstärkt an das Headset oder den Kopfhörer. Das hilft bei einer Unterhaltung in einem lauten Raum oder um eine Person auf der anderen Seite des Raums sprechen zu hören. Mit iOS 12 macht Apple auch aus AirPods kleine Verstärker – mit dem iPhone als Richtmikrofon.

 

  1. macOS: Neue Akzent-Farben

Mit macOS „Mojave“ wird es Nacht auf eurem Rechner: War unter „High Sierra“ in den Einstellungenunter Allgemeinnur der Wechsel auf eine Dunkle Menüleiste und Dockmöglich, sorgt der Nachfolger für dunkle Hintergründe in Apps. Passend dazu steht auch ein neues Erscheinungsbildfür Tasten, Menüs und Fenster zur Verfügung: Neben blau und grau gibt es künftig auch rot, orange, gelb, grün, lila und magenta.

 

 

  1. macOS: Letztes OS mit 32 bit, OpenCL und OpenGL

Beim Start mancher Anwendungen meldet macOS „High Sierra“, dass die App noch nicht für das System optimiert wurde. Das bedeutet, dass die Anwendung noch auf 32- statt 64-bit basiert. Für diese Apps wird macOS „Mojave“ das letzte unterstützte Betriebssystem sein. Außerdem stoppt Apple die Entwicklung der Grafik-Programmierschnittstellen OpenGL und OpenCL. In „Mojave“ führt Apple diese als „depreciated“, auf deutsch „unerwünscht“. Stattdessen empfiehlt Apple seinen Entwicklern, die eigene Schnittstelle „Metal“ zu nutzen. Einige Spiele-Entwickler haben bereits angekündigt, dem Mac den Rücken zuzuwenden, sollte Apple die Technologien künftig komplett streichen.

 

  1. Neue Hüllen und Armbänder

Dass die WWDC-Keynote einen starken Software-Fokus haben wird, verkündete Apple bereits in den ersten Minuten der Präsentation. Neue MacBooks, das angekündigte Display oder auch eine neue Apple Watch bleibt Apple uns also weiterhin schuldig. Eine Hardware-Kleinigkeit gab es dann aber doch: drei neue iPhone-Hüllen und die farblich passenden Apple-Watch-Armbänder.