Die Lampen sind von Philips, das Klima überwacht Elgato und um die Sicherheit kümmert sich Fibaro. Da bisher noch kein Hersteller alle Smart-Home-Geräte aus einer Hand anbietet, kommen wir um einen Mix an Gadgets nicht herum. Mit einer Smart-Home-Zentrale ist das aber auch kein Problem.

Heizung, Licht und Einbruchssicherung funktionieren natürlich auch unabhängig voneinander. Durch die Verknüpfung untereinander ergeben sich aber viele Vorteile. Beispielsweise könnten die Lampen im Smart-Home auf Alarmblinken umschalten, wenn sich im Wohnzimmer das Fenster öffnet. Eine andere spannende Möglichkeit ist eine Lampe im Wohnzimmer, die mit der Außentemperatur ihre Farbe ändert und so als optisches Thermometer fungiert. Solche Szenarien funktionieren nur mit einem übergreifenden Dienst wie IFTTT oder einer Smart-Home-Zentrale, die alle Geräte bündelt. Wer ein iPhone oder iPad verwendet, hat eine solche Zentrale bereits in der Hand: HomeKit.

 

 

Nahtlose Integration

Apples HomeKit-Protokoll besteht aus zwei wichtigen Komponenten: Einerseits aus dem Protokoll im Hintergrund, das den Apps unterschiedlicher Hersteller die gegenseitige Steuerung erlaubt. Elgato hat dieses Prinzip mit seiner umfangreichen Eve-App besonders gut umgesetzt und erlaubt euch beispielsweise die Steuerung von Philips Hue. Das klappt übrigens auch sprachgesteuert mit Siri.

 

Eine zweite Komponente von HomeKit ist die Home-App, die seit iOS 10 mit an Bord ist. Hier könnt ihr eure Geräte in Räume einteilen, eure neun Favoriten für den schnellen Zugriff aus dem Kontrollzentrum wählen und anderen Leuten (temporären) Zugriff auf eure Smart-Home-Geräte geben. Wichtig: Damit HomeKit funktioniert, müssen die Geräte HomeKit-zertifiziert sein. Das erkennt ihr am HomeKit-Logo direkt auf der Verpackung.

 

 

Eine HomeKit-Zentrale, die euch die Steuerung eures Smart Homes von unterwegs erlaubt, kann das Apple TV oder ein iPad sein. Die einfache Fernsteuerung klappt mit einem Apple TV der 3. Generation, für Automationen und die Berechtigungen für andere Benutzer braucht ihr die 4. Generation. Alternativ könnt ihr auch ein iPad mit iOS 10 oder neuer verwenden. Für die genannten Zusatzfeatures muss mindestens iOS 11 installiert sein. Aktiviert außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Apple-ID und den iCloud-Schlüsselbund in den iCloud-Einstellungen.

 

Auf dem Apple TV wählt ihr anschließend Einstellungen und Accounts und meldet euch mit derselben Apple-ID an wie auf eurem iOS-Gerät. Die nachfolgende Einrichtung als HomeKit-Zentrale funktioniert automatisch, kann jedoch einige Minuten dauern.

 

Macht ihr aus einem iPad eure HomeKit-Zentrale, wechselt einfach über die Einstellungen-App zu iCloud und aktiviert Home. Anschließend schaltet ihr in den Home-Einstellungen, die ihr direkt im Hauptmenü findet, die Option Dieses iPad als Steuerzentrale benutzen ein.

 

Ob eure HomeKit-Zentrale aktiv ist, erfahrt ihr in der Home-App auf dem iPhone. Wählt unten links Haus und tippt dann oben links auf das Kompass-Symbol. Über Hauseinstellungen wechselt ihr zu eurem Home-Bereich und solltet hier den Eintrag Steuerzentralen sehen.

 

Die Alternative: Google Home

Eine gute Alternative zu HomeKit ist Google Home. Die Steuerzentrale vereint smarte Lautsprecher, Sprachassistenten und Smart-Home-Zentrale in einem Gerät. Da Google Home sowohl auf Android-Smartphones wie auch iPhones läuft, ist diese Lösung vor allem für Haushalte mit mehreren, unterschiedlichen Smartphones eine interessante Sache. Außerdem funktioniert die Google-Home-App auch auf älteren iPhones und iPads mit iOS 9. Allerdings bleibt Siri außen vor. Stattdessen müsst ihr die Google-Home-App öffnen und euren Sprachbefehl hier eingeben. Praktisch: Dank des Lautsprechers ist Google Home nicht nur eine Steuerzentrale, sondern auch ein smarter Assistent, der euch zum Beispiel Nachrichten vorlesen kann oder auf Wunsch die Lieblings-Playlist abspielt.

 

 

Einziger Nachteil: Das Angebot der verfügbaren Hersteller unterscheidet sich. Anders als HomeKit, das einen speziellen Chip für besonders hohe Sicherheit voraussetzt, können Smart-Home-Entwickler Google Home auch per Software-Update für Google Home nachrüsten. Philips, Tado oder Netatmo sind bereits an Bord, weitere Anbieter dürften mit der Verbreitung der Zentrale in Deutschland hinzukommen. Eine Übersicht aller Anbieter und Dienste findet ihr hier.

 

Dennoch solltet ihr vor dem Kauf der von euch favorisierten Zentrale unbedingt prüfen, welche eurer Gerät mit welcher Zentrale funktionierten – Apple HomeKit oder Google Home. Gut zu wissen: Wenn ihr euch nicht entscheiden und die Vorteile beider Zentralen nutzen wollt, könnt ihr HomeKit und Google Home auch in Kombination verwenden.